Wissensmanagement in der Regionalentwicklung
Das österreichische Netzwerk der Regionalmanagements ladet Franz Rüf als Referent zum Thema Wissensmanagement der Regionalentwicklung ein. Dabei ging es um die Darstellung des Themas an einem praktischen Beispiel. Rüf wählte das Projektbeispiel Weißtanne.
Franz Rüf zeigt die einzelnen Schritte des Wissensmanagements in der Projektentwicklung, Begleitung und in der Verbreitung der Ergebnisse auf.
Beobachtung von Leo Baumfeld
L. Baumfeld, Leiter der Netzwerkveranstaltung "Wissensmanagement" fasst in seiner Stellungnahme zum Vortrag von F. Rüf die Vorgänge im geschilderten Projekt systemtechnisch zusammen.
Die Knappheit als Ressource umdeuten
"Eine attraktive Nische gefunden" Damit wird mit einer Rekontextualisierung (der Weißtanne) gearbeitet und darauf wird ein Variationsangebot gemacht. Wer schon mit Fichte baut, kann auch mal die Version Weißtanne ausprobieren.
Die Besonderheit in der Prozessskette
Von der Produktion über Bringung zur Verarbeitung und Nutzung in Erinnerung rufen (altes oder vereinzeltes Wissen expliziert), das Lernen in und zur Prozesskette zirkulär inszenieren. Die NutzerInnen geben Feedback an die Verarbeiter, diese an die Holzbringer (Anforderung) und zurück.
Das Gesetz der Stabilität anwenden
Dieses besagt, dass man für ein Thema oder ein Projekt, für welches man in einem sozialen System Aufmerksamkeit und Leidenschaft wecken will, mindestens DREI Akteure braucht, die die Idee vertreten. Wichtig ist, dass diese Drei mit- und untereinander gut können, und das gemeinsame Anliegen plausibel rüber bringen können.
Franz Rüf hat in seiner Geschichte (Projekt Weißtanne) zweimal dieses Gesetz erwähnt: einmal saß er (als Regionalmanager bzw. Berater), ein Förster und ein Planer auf dem Podium, um die Idee zu vertreten und später hat er von zunächst drei Sägereien gesprochen, die auf die Idee aufgesprungen sind.
Solche Projekte differenzieren sich in der Entwicklung aus, das spiegelt sich in der “Trägertransformation”. Zunächst sind es Personen (drei am Podium), dann sind es Institutionen, wie Regionalentwicklung Vlbg, Waldbesitzerverband, Holzbau Kunst. Institutionen sind stabiler als Personen, weil in den Institutionen Personen austauschbar sind und damit die “Ausfallsquote” verringert wird.
Vorbilder schaffen
Die Gemeinden gehen als Nachfrager (Investoren) mit gutem Beispiel voran. Sie ziehen die Privaten mit.
Fachinformation anbieten
Dem Fachpublikum und interessiertem Publikum relativ schnell die Möglichkeit zur Fachinformation anbieten (ortsungebundene Information über Handyguide), Leitfaden für den Umgang mit der Weißtanne (Architekturführer).
Von der Geschichte zum Konzept: Franz Rüf erzählt eine Geschichte, Leo fasst die Prinzipien der Geschichte (die auch anders sein könnte) zusammen.
Schliersbach am 20.10.2009

